Gedichte von Besuchern

Lieber Besucher,
auf Vorschlag eines Besuchers habe ich eine Seite erstellt, in dem ich Ihre Gedichte veröffentliche. Die Gedichte sollten einen spirituellen Hintergrund haben bzw. eine spirituelle Erfahrung ausdrücken. Wenn Sie Ihr Gedicht hier veröffentlicht sehen möchten schicken Sie es per email an webmaster@sufismus.de

 

GESPRÄCH MIT (M)EINEM ENGEL


Ein Engel gab mir einen Kuss

„Heißt das, dass ich jetzt gehen muss?“


Er lächelt nur und fragt: „„Wohin?

Was denkst du, warum ich hier bin?


Sieh, schlau wirst du nicht mehr aus Fragen.

Du magst mir vielleicht lieber sagen:


Was möchtest du, was wünscht du dir...

Denn dafür bin ich schließlich hier.““


„Ich wünsche mir, dass ich wieder weiß,

was Wünschen wirklich für mich heißt.


Hab lang das Seelenlicht vergessen.

So ist es schwer, des Herzens wahren Reichtum zu ermessen,


Talente zu erkennen,

den eignen Lebensweg zu finden.

Wo weiß ich, wann ich selber irre

oder wahrhafte Pfade sich edel winden.


So dunkel war die Zeit zuvor,

dass keine Bilder sich erschließen.

Ich wünsche, dass ich träumen, phantasieren kann,

die Farben über meinem Leben sich ergießen.


Ich wünsche, dass die Kraft ich hab,

wieder für andre da zu sein.

Ich wünsche Raum und Zeit für mich,

All-Eins zu sein, doch nicht allein.


Ich wünsch mir, dass ich lieben kann

und echte Begeisterung zeigen.

Ich möcht mich erkennen und irgendwann

den wahren Dingen zuneigen.


Ich möchte helfen, Mensch und Tier,

allem in mir und um mich herum.

Doch wenn ich die eigene Kraft verlier,

bin ich hilflos und fühl mich dumm.


Dann ist vergessen das innere Licht,

all die Liebe und der Mut.

Dann ist da statt 'Alles' einfach nur 'Nichts'

und 'nichts wird wieder gut'.


Ich schwebe durch solche Zeiten,

beobachte, doch kann nichts tun.

Und solch ein Erl(/g)eben raubt Mut und Kraft,

lässt Ängste und Schwächen nicht ruhn.


Erschreckend, wenn ich dann erkenne,

so langsam und nach langer Zeit:

Hab immer nur gegen mich selbst gekämpft,

tu es noch mit Verbissenheit.


Drum wünsch ich mir, dass ich seh und erkenne

gegen welche Mauern ich innerlich renne.


Denn wenn ich sie kenne, dann zauber ich sie weg.

Diese Mauern erfüllten lang genug ihren Zweck.


Kann meiner Intuition und vielen Helfern vertrauen,

auf Instinkte und Inspirationen bauen.


Dann, wenn ich's selber wieder weiß,

dann kann ich wünschen, was wär schön.

Doch dafür muss das Wissen meiner Sehnsucht

erst neue Wünsche bilden,

dann ist das Licht am Horizont

als erstes Bild zu sehen.“


„„Jetzt bin ich hier und du willst mir sagen:

Geh lieber, denn ich weiß nicht, was ich will?““


„Ich wünsche mir, dass ich dies wüsste...“


„„Weißt du's noch nicht, so lausche still:


Deine Welt kannst nur du selber träumen.

Wir können helfen, doch nur du bist du.

Du bist wie Alles in dem Einen,

so einzigartig wie das Eine

und gehörst wie Alles zu dem einem All dazu.


Alles kann sich zwar zu Gruppen im All-Einen einen,

doch den ganzen Sinn des Seins begreifen,

kann nur jedes eigne Sein den seinen.


In dir selbst und in dem großen einen Wesen,

kannst nur du selbst und dieses eine Wesen lesen.


Und dieses Lesen können wir dich lehren,

doch nur du selbst kannst dich zu deinem eigenen bekehren.““


„Warum der Kuss von dir als ich in diesem Traum erwachte?“


„„Weil alles, was wir geben können Liebe ist.

Und das war's was ich eben grad da machte.


Liebe hat viele Farben und Formen,

auch unendlich viele Namen.

Liebe ist das Licht des Lebens

mit und in ihren Gaben.


Liebe ist der Wunsch, der Traum,

der Antrieb und Ausdruck alles und jeden.

Ohne Liebe gäb es keine Angst,

kein Licht, kein Schatten, kein Leben.


Du sehnst dich nach Liebe,

zu lieben und geliebt zu werden.

So unentwegt wirst du unendlich stark geliebt -

Vergessenheit, der Fluch und Sinn auf Erden.


Dein Wunsch, die Liebe, lasse zu,

das Licht im Innern stahle hell.

Es fließt durch deinen heiligen Gral

im Herzen der Lebensquell.““


„Ich spür die Kraft der einen großen Liebe

oft erst, wenn ich ganz am Boden bin.

Ich weiß, was war und werden kann,

doch es zu ändern, wie krieg ich das hin?“


„„Und diese Kraft zu nutzen, darum geht es,

sie ist immer da.

Die ewige Flamme, das erahnst du,

doch du nimmst es nicht für wahr.


Du kannst es fühlen, du hoffst und du glaubst...

und weißt, du hast es in dir drin,

doch suchen, tust du irgendwie

da draußen nach (d)einem Sinn.““


„Das ist, was ich fühle, doch weiß ich nicht,

wie kann ich was ändern, was genau kann ich tun?“


„„Du weißt es schon, doch du siehst es nicht:

Drum ist's besser, sich auszuruhn.


Jeden Tag sind wir bei dir,

jede Nacht lernst du dazu.

Lernen dauert seine Zeiten,

Meister wird man nicht im Nu.


Kraftlos ziehst du kleines Wesen

nun schon lange deine Runden.

Und du hast trotz vieler Schmerzen,

viele Hürden überwunden.


Durch diese Wunden und

die Heilung des Vergebens

Lernst du bedingungslose Liebe kennen -

Sehnsucht allen Lebens.


Kuss, Odems zarter Lebenshauch

durchfließt was immer wa(h)r und ist...

Der Kuss, die Liebe zwischen allem,

ist, was du wahrhaft bist.““


To be continued...


© 03.10.2005 by nashbix (regenbogen-pegasus)

 

Der dir Züge
ins Zimmer stellt

er kennt dich
Weiche für Weiche

als lebte er
zwischen
den Gleisen

Ihm legst du
dein Ohr
auf die Brust

daß keiner kommt
über die Schwellen

nie bist du sicher

von Karla Montasser

Warum?

Alle Pflanzen,alle Tiere
Wasser,Wind und auch Gebirge,
alles ruft ganz leis-wie wahr-
immerzu Allah,Allah.
Überall,an jedem Ort
hört man doch ganz leis dies Wort.
Alles neigt sich,wirft sich nieder,
ohne Fragen,immer wieder.
Nur der Mensch fragt sich-WARUM?-
Ist er nun schlau oder ist er dumm?
Ach Allah-WARUM,WARUM?-
von SALIHA

Im Garten meines Herzens!

Tief in unseren Herzen,
liegt ein verborgener Garten.
Manch einer findet ihn sofort,
manch einer muß lang warten.
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Wenn Allah sich dort niederläßt,
in unserer Herzen Erde.
Dann pflege diesen Garten gut,
damits ein schöner werde.
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Wenn Allah dann verwurzelt ist,
in deinem Herzen Garten.
Ja dann-fängt auch bei dir,
dein Herz zu blühen an.
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Im Garten meines Herzens,
da blüht Allah allein.
Er ist die schönste Blume,
soll wachsen und gedeihn
von SALIHA

Tot oder Lebendig

So steif die Hand, die einst sich legte auf die Kurven Deiner Brüste,
Trüb meine Augen, die, ach so gern, sich weideten an Deiner Schönheit,
Kalt ist mein Mund, der Milch & Salz von Deinen Lippen küßte,
Taub meine Nase nun für alle Wohlgerüche Deiner Herrlichkeit,
Die Muschel meines Ohrs nimmt nicht mehr auf die Perlen Deiner süßen Worte,
Nie mehr verlocken mich die roten Kirschen Deiner Leibestorte!

Was mir nun bleibt?
Die Sehnsucht ist erfüllt von Ewigkeit;
Glatt liegt das Meer, verflossen ist die Welle,
Zurückgekehrt bin ich von fernen Wassern an die Quelle.
Alles ist JETZT und HIER, mein Hunger ist gestillt,
DU bist ICH, doch lieber wärst Du mir verhüllt,
Im Schleier unsrer Trennung halb nur verborgen
So wie das Reich der Feen am frühen Morgen.

Wie kann ich Dich in mir erkennen, Geliebte,
Da ich Dich nie verlor?
Leben ist Sehnsucht,
Erfüllung heißt Tod.
Oh, schöner Tod,
Leidvolles Leben!
Ich kehr´ zurück,
Ich Tor!

© Assad Peter Splieth

Mein Herr und Gott

Dein Wind trägt meine Seele zu Dir
Dein Wasser durströmt mein Herz
Deine Erde
trägt meinen Körper
Dein Feuer
stärkt meinen Willen
Oh Äther
Du bist tief verborgen
in meinem Inneren.

Wali Wolfgang Schürings

Pilger

Hörst Du das Glöckchen,
Pilger?
Folge ihm, es kennt den Weg.

Folge dem Klang, der Deine Gedanken betäubt.
Lass Dich führen, an den Ort,
der so unerreichbar schien - und doch so nah.

Mach die Augen auf!
Du bist am Ziel, warst es schon von Anbegin,
wache auf, so findest Du den Ort,
der DU doch selbser bist.

©Parzival Padberg

EINS

Still sitze ich hier am Ufer des Sees meines Bewußtseins.
Die Wogen des Alltags sind der Ruhe gewichen.
Stille überall, das Licht bis in die Tiefe dringt,
oder kommt es gar aus ihr?

Ein goldener Strahl berührt sanft mein Herz,
Schleier fallen, bedeutungslos geworden.
Ich in DIR
DU in mir.
Wo Einsamkeit gewesen
mach Alleinsein sich breit.
ALL EINS SEIN

© Parzival Padberg

Ich war seit Äonen

In einer Höhle nur gewesen
Der Höhle meiner Ahnen
Wohlig eng, und warm
Dann aber wehte eine Blüte rein
Und mit ihr kam ein Frühlingshauch,
der mein Herz fortzog in die Welt
Ich trat hinaus und war geblendet
Nur mühsam konnte ich erkennen:
Rote Löwen in der Sonnenglut
Und warme feuchte Äcker
Und auf den zweiten Blick:
Einen Tisch gefüllt
mit den süßen schweren Äpfeln
verheißungsvoll wie Lust und Pein

2
Später sah ich einen Derwisch
Der tanzte in die Nacht
Auf den wandernden Steinen
(gespiegelt von den Sternen)
Die kamen immer von Südost
Den langen Wüstenweg entlang,
Zogen weiter an die Küste
Wollten in das Meer
Und erstarrten in den Städten
Dort auch peitschte noch ein Kind
Im Spiel mit seinen Beinen
Einen ganzen Ozean
Die Eltern aber träumten,
sahen nichts
3
Am Ende saß bei mir ein alter Freund
still am Quellsees Ufer kalter Morgenluft
Endlich hörten die Fische auf zu grunzen
Der Nebel hob langsam sich
(aus meinem Geist, der schlief)
Ein Sonnenschwall brach durch
Mein Freund hatte eine Angel ausgeworfen
Mit blankem Haken ohne Sinn
Saß reglos da, als wär er faul
Ich wurd aus ihm nicht klug
„Setzt dich!“ sagte er
„Hörst du das Plätschern nicht?“
„Nein, der See steht still.“
„Tritt von da aus ein.“
Da begriff ich
und wir lachten, tanzten.
Sternenstaub sind wir!

Gruß Peter, steinpedro@hotmail.com

Ya Muháymin - Ya Alim

Attila sieht auf die Welt,
Sie ist sein und ihm gefällt,
Dass Menschen, Tiere, Wanzen
Nur nach seiner Pfeife tanzen.
Die Welt erscheint im Brunnenspiegel
Auf den der König haucht das Siegel:
Ya - Alim, das ist sein Trick.
Damit kann er alles wissen,
Glaubt er; denn auf weichen Kissen
In dem Harem des Gebieters
Seufzt Suleikha unter Küssen,
Manchmal auch den zarten Bissen
Von Hafiz, dem Haremshüter,
welcher ist ein Schwerenöter.

Wehe, wehe, schwer die Strafe
Für Lieblingsfrau und Haremssklave!
Wenn Attila euch sieht, ihr Täubchen,
Macht er aus euch Sahnehäubchen
Als Dessert für Azrael.

Doch Suleikha wohlgemut,
Spricht: "Ya - Muháymin, schütz die Glut!"
Und Allah beschützt die Beiden,
Denn er kann sie besser leiden,
als den König aller Hunnen,
Der oft das Gebet versäumt,
Lieber Met im Kruge schäumt.
Die Vereinigung der Liebe
Findet Allahs starken Schutz,
Ist er selbst doch gegenwärtig
bei der Veredelung der Triebe,
bei dem höchsten der Gebete,
Das in seine Einheit mündet
Und sein Reich allhier verkündet.

Und der König aller Hunnen
Schaut als Bild im tiefen Brunnen
Nur ein Reh und einen Hirschen,
Die sich gütlich tun an Kirschen
Frisch flambiert und heiß vom Feuer,
- Al - Alim, er trägt heut´ Schleier.

Mai 2000 © Assad Splieth